Das Atelier · Wo Unsichtbares entsteht
Es gibt Räume, die einen empfangen. Und es gibt Räume, die einen fordern.
Das Atelier ist ein Raum der fordert.
Man spürt es beim Eintreten – eine Stille, die nicht leer ist, sondern voll. Voll von dem, was hier schon gedacht, gemixt, verworfen und neu begonnen wurde. Die Luft trägt Schichten, wie ein alter Wald Schichten trägt: was man zuerst riecht ist nur die Oberfläche. Darunter liegen Dutzende Entscheidungen, Hunderte Versuche, ein ganzes Archiv aus Augenblicken in dem jemand sagte: Ja. So. Genau das.
Drei Fenster an der langen Seite. Eines an der kurzen. Goldene Vorhänge, halb zugezogen, damit das Licht kommt aber nicht blendet – denn hier arbeitet man mit Nuancen, und Blendung ist der Feind der Nuance. Das Licht das durch die goldenen Vorhänge fällt ist warm und weich und hat die Farbe von altem Bernstein.
Das Masterpult steht in der Mitte. Die Duftorgel: ein gebogenes Regal aus Holz und Glas, auf dem die Flakons stehen wie Tasten eines Instruments das man nicht hört, sondern riecht. Jede Flasche hat einen Namen. Jede Flasche hat eine Geschichte. Zusammen ergeben sie eine Sprache, die älter ist als Worte.
An den zwei Arbeitstischen: die eigenen Orgeln, kleiner, persönlicher. Hier wird probiert. Hier wird gesucht. Hier liegt ein Streifen weisses Papier nach dem nächsten, befeuchtet und zur Seite gelegt, jeder ein kleines Experiment, ein Satz der noch keinen Schluss hat.
In den Kästen entlang der Wand: Flaschen, Bücher, Notizen. Die Bücher sind vergilbt an den Rändern und voller Eselsohren. Die Notizen sind auf kleinen Zetteln geschrieben, manchmal kaum lesbar, immer dringend. Bergamotte + etwas Rauch, aber sanfter. Ylang zu stark – einen Tropfen zurück. Was wenn man die Zeit riechen könnte?
Diesen Raum verlässt man nicht unberührt.
Hier entstehen die Düfte von Maison Glencairn. Hier beginnt alles.