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Das Grüne Zimmer · Wo Düfte träumen
Maison Bonheur · NICOLYS

Das Grüne Zimmer · Wo Düfte träumen

Die Geschichte – Zimmer Nicolys

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Das Grüne Zimmer · Wo Düfte träumen
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Geschichte

Das Grüne Zimmer · Wo Düfte träumen

Grün ist keine Farbe in diesem Zimmer. Grün ist eine Stimmung.

Es liegt über einem schwere, dunkle Grün der Vorhänge, die das Licht filtern wie ein Wald das Sonnenlicht filtert – nicht aufhalten, nur verwandeln. Was durch sie hindurchkommt ist goldener, weicher, älter. Das Licht das auf die Dielen fällt hat bereits gelebt.

Nicolys sitzt hier manchmal stundenlang, ohne etwas zu tun. Wer sie dabei beobachtet, denkt, sie denkt nach. Aber das stimmt nicht ganz. Sie riecht. Sie arbeitet mit der Nase, während die Augen ruhen und die Hände still liegen. In ihrem Kopf entfaltet sich ein Duft, den es noch nicht gibt – nur eine Ahnung, eine Richtung, ein erstes Wort eines langen Satzes.

Die Kommode vor dem Spiegel ist ihr Altar. Flacons aus drei Jahrhunderten stehen darauf, manche halb leer, manche versiegelt und unberührt. Die Glasvitrine daneben bewahrt die seltenen Stücke – nicht weil sie wertvoll sind, sondern weil sie Erinnerungen tragen, die zu zerbrechlich sind für die Luft. Dahinter das Bett, breit und ruhig, bedeckt mit weissem Leinen das jeden Morgen nach dem Schlafen noch nach der Nacht riecht.

Auf dem Schreibtisch: Notizbücher mit Deckeln aus grünem Leder, vollgeschrieben in einer kleinen, entschiedenen Handschrift. Formeln, Eindrücke, Fragen. Was riecht nach dem Ende eines Sommers? steht auf einer Seite. Auf der nächsten, drei Seiten weiter: die Antwort.

Das Fenster gegenüber dem Bett ist mannshoch und geht auf den Garten. An klaren Abenden sieht man den Himmel über den Dächern von Plombières. An solchen Abenden öffnet Nicolys die Vorhänge ganz – und das Zimmer atmet.

Hier entstehen keine Parfüms. Hier entstehen die Träume, aus denen Parfüms werden.